Ich danke Ihnen für das Interesse am Projekt
Firnament und versuchen gerne, und so knapp wie möglich,
Ihnen den Hintergrund des Projektes Firnament zu
verdeutlichen und näher zu bringen. Zuerst muss
ich meinen Intentionen mit dem plastischen Materiel
Bandbreite Kunst zu schaffen widersprechen, mit dem
Ziel diesen Widerspruch vireal zu lösen: im
Idealfall gelingt, unter anderem, mit dem Projekt
Firnament einem breiten Publikum die Bedeutung von
Netzwerkinfrastruktur darzustellen, und das als
Material der Kunst.
Was mit diesem Material
dargestellt wird ist schon fast Nebensache.
Oder
wie die Datenindianer, die Cyberpunks zu sagen pflegen
werden: begrabt mich in der Glasfaser, aber verbiegt
nicht den Fluss.
Nun auf ein Metaebene mich also zu begeben, um den Ursprung der plastischen Intuition zu erkunden und rational den Horizont der Vision zu ertasten. Schonend die künstlerische Idee isolieren, aus dem Hintergrund lösen, ohne diesen dabei ausser acht zu lassen oder zu verletzen. Dabei stelle ich fest, das Projekt hat schon viel Geschichte (bevor es Geschichte zu machen beginnen kann). Und was eben besonders der Kunst gut tun würde: mehr als ein Webserver muss es schon sein.
Zumindest ein eigenes Netz, darüber hinaus und hauptsächlich eine eigene virtuelle Wirklichkeit, eine wirkliche Virtualität.
Alles über den Hintergrund des Projektes Firnament in einem Wort, in a nutshell.
Ein andere Erklärung ist: eine Schneeflocke
fiel vom Himmel und hat mir das eingegeben, beim Tauen
auf meiner Stirn. Dann bleibt mir klar, dieses (im künstlerischen
und architektonischen Sinne) Objekt, muss physisch in
den Bergen stehen. Für das Projekt Firnament
heisst das: bauen wir ein Datenraumbauwerk übernationaler
Dimension von kunstgeschichtlich relevanter Bedeutung,
ein Ronchamp der Berge, ist das (selbstverständlich
filigraner und komplexer denn ein putzgewöhnlicher
Multimediaserver) und verlangt im Fundament
SWITCHng.
In diesem Datenraumbauwerk lässt sich eine
Datenbank auch als Skulptur verstehen, oder eine
scheinbar gewöhnliche Verknüpfung, die
irgendwo rumhängt im globalen oder lokalen
Cyberspace respektieren (wie die akademische Fettecke
von Joseph Beuys) . Und Museen der Zukunft sind dann überall,
überall wo ATM Gegenwart ist.
Allerdings wäre ein CAVE im Jungfraujochgletscher
wohl kaum zu überbieten.
Die
Sinnlichkeit höchster Immersion im virtuellen
Raum, gekoppelt mit der Sinnlichkeit des real auch nur
für kurze Zeit begehbaren Eises, cool.
Ich hoffe Ihnen mit diesen Ausführungen vorläufig dienen zu können und stehe Ihnen für weitere Auskünfte selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.
Ihr
Henning Timcke